Schlagwort-Archive: Ushguli

Porträt | Teimuraz Nizharadze – Der letzte Direktor der Sowchose (Ushguli, Georgien)

Teimuraz Nizahradze war die letzten beiden Jahre, bis das Sowjetsystem zusammenbrach, Leiter der Sowchose in Ushguli gewesen. Ackerbau und Viehzucht sicherten in Swanetien, das von zwei langgezogenen Gebirgsflüssen geprägt ist, schon immer die Lebensgrundlagen der Menschen.

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Ushguli | Study | Objectives and approach

This study revolves around the village community of Ushguli, located in the Upper Svaneti region in the north of Georgia. Since its attainment of UNESCO World Heritage status in 1996 (ICOMOS 1994, UNESCO 1996) and the establishment of secure state structures and systems around 2010, Ushguli has been seeing an incremental rise in tourism; thus far, it has found itself relatively unprepared for meeting the interests and needs of visitors and for coping with the diversity characterising modern lifestyles (cf. Applis 2018).

The encounter and in many instances clash of interests between villagers and tourists, occurring in a context in which the economic objectives of the former group are encouraging continuously growing visitor numbers, is correspondingly difficult to channel and manage.

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Ushguli | Tourism | An overview

Ushguli’s value as a tourist destination lies in its defensive tower houses (see Pavan 2011) and the remarkable degree of the original medieval appearance of its landscape (see ICOMOS 1994, UNESCO 1996), which have held UNESCO World Heritage status since 1996, and in its proximity to the foot of Shkara, the second highest peak in Greater Caucasus and Georgia’s highest mountain, located twelve kilometres north of the community, in the extended Enguri gorge.

Hikers, mountaineers and skiers from outside Georgia have been coming to Ushguli since Soviet times, with particularly large numbers visiting in the 1970s (for an overview on tourism in Svanetia during Sowjet times, see Stadelbauer 1983, Cappucci, Pavliashvili & Zarilli 2015, Karthisvili, Muhar, Dax & Khelashvili 2019); the villagers thus possess fundamental levels of experience in tourism and the associated practices, including mountain and horse-trekking guiding and the provision of accommodation and meals (cf. Applis 2018).

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Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick

Annäherung an den gebauten Raum in Ushguli

In einem Essay über die Ortsteile Ushgulis hebt der italienische Architekt Vinzenzo Pavan (2011), dessen Ausführungen hier gefolgt wird, die auf den ersten Blick irritierenden Ähnlichkeiten mit der baulichen Struktur der Stadtstaaten Italiens aus dem 13. Jahrhundert hervor: Gruppen von Türmen und angelehnten Steingebäuden, deren Anordnung keiner sogleich erkennbaren Logik folgt, hingeworfen in kompakten, scharf von der Umgebung abgetrennten Siedlungseinheiten, welche wegen ihrer Bauweise aus massigen Schieferplatten und Kalksteinbruch beim Betrachter den Eindruck von Festungen hervorrufen. Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick weiterlesen

Porträt | Pridon Nizharadze – Maler der Traumata Swanetiens und der Welt (Ushguli, Georgien)

Das Haus ist das letzte am Hang. Darüber nur die Kapelle mit der Ikone des Heiligen Georg. Etwas weiter das Kloster. Es ist wenig, was sie sagen über ihn in Ushguli. Nichts gebe es, das er nicht gelesen habe. Er sei der klügste Mensch in Ushguli. So klug! Und sie heben die Hand und winken weit in die Ferne, um zu zeigen, dass nicht sie dies beurteilen könnten. Ihr habt nur Kartoffeln im Kopf! Das soll er vielen schon entgegengeworfen haben. Was Arbeit aber sei, das könne er nicht wissen. Denn, was er tue, sei doch nicht Arbeit. Ein kurzes Erschrecken. Denn nichts Schlechtes sagen sie in Ushguli über den anderen. Wer könne schon wissen, wohin das führe. Die Menschen seien eben verschieden.

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Ushguli | Projektziele und Forschungsansatz (Georgien)

In Georgien lebt der Großteil der Bevölkerung in prekären Lebensverhältnissen. Seit einigen Jahren allerdings eröffnet ein sich stabilisierender Tourismus Entwicklungsperspektiven für einige Menschen. Dies sind zunächst diejenigen, die das Grundeigentum, welches sie nach der Privatisierung staatlicher Arbeiterwohnstätten und der Rückgabe der Hofstätten aus den staatlichen Agrarbetrieben erhielten, nicht durch Krieg oder ökonomische Krisen verloren. Begünstigt sind diesbezüglich etablierte Tourismusorte wie Tbilisi, Kutaissi, Borjomi oder Batumi, in denen die Menschen schon während der Sowjetzeit Privatzimmer vermieteten und die nicht innerhalb der Konflikregionen Abchasien und Südossetien liegen. Meist sind jedoch hohe Investitionen und damit Schuldenaufnahmen notwendig, um für Touristen aus europäischen Staaten, den USA oder Israel einen angemessenen Standard zu erreichen.
Im in Ober-Swanetien gelegenen Ushguli bietet der Tourismus heute letztlich die einzige Möglichkeit, ein Haushaltseinkommen zu erzielen, das eine mehrköpfige Familie, die zumeist aus ökonomischen und sozialen Gründen über mehrere Orte in Georgien verteilt lebt, zu versorgen, da die Preise für Fleisch, Wolle und Milchprodukte in Folge der hohen Bedeutung der Subsistenzlandwirtschaft in Georgien überaus niedrig sind. Möchte eine Familie also ihre Hofstelle erhalten, muss sie Touristen als Gäste bekommen oder in solch prekären Verhältnissen leben, dass z. B. Versorgung im Krankheitsfall ausgeschlossen oder eine weiterführende Schulbildung für die Kinder ausgeschlossen ist. Ushguli | Projektziele und Forschungsansatz (Georgien) weiterlesen

Ushguli | Tourismus als Bewältigungsstrategie ökonomischer und sozialer Krisen (Georgien)

In sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ist Ober-Swanetien seit 1990 eine in besonderem Maße von Krisen geschüttelte Region: Grundsätzlich wegen der Begrenztheit Ihrer landwirtschaftlichen und sonstigen ökonomischen Möglichkeiten als Gebirgs- und Grenzertragsregion; weiterhin durch die Entfernung von den politischen und wirtschaftlichen Zentren und zudem durch die erst seit den letzten Jahren der Sakaschwili-Regierung (2004-2013) durchgesetzte äußere Sicherheit in Ober-Swanetien. Ushguli | Tourismus als Bewältigungsstrategie ökonomischer und sozialer Krisen (Georgien) weiterlesen

Ushguli | Türme, Berge, Hammer & Sichel – Was gehört zum kulturellen Erbe der Dorfgemeinschaft Ushguli in Georgien?

Die Dorfgemeinschaft Ushguli liegt im Norden Georgiens in Oberswanetien und wurde 1996 mit dem Ortsteil Chazhashi zum UNESCO-Welterbe erklärt. Seit etwa 2010 nimmt der Tourismus in der Bergregion stetig zu. Die Einheimischen sind aber nur begrenzt vorbereitet auf den Umgang mit typischen touristischen Interessen. Die meisten Angebote sind wegen der begrenzten finanziellen Ressourcen vor Ort nach wie vor improvisiert, was zugleich den besonderen Charme eines Aufenthalts in der Bergregion ausmacht. Entsprechend ungeordnet treffen hier allerdings auch einander oft in weiten Bereichen entgegengesetzte Interessen von Dorfbewohnern und Touristen aufeinander – auch wenn die wirtschaftlichen Interessen der Dorfbewohner den touristischen Zustrom fortschreitend beschleunigen. Vor allem ist davon das architektonische Erbe betroffen, das einen bedeutenden Teil der Vorstellung der Menschen davon ausmacht, wer sie sind. Ushguli | Türme, Berge, Hammer & Sichel – Was gehört zum kulturellen Erbe der Dorfgemeinschaft Ushguli in Georgien? weiterlesen