Formelle und informelle kulturelle und bauliche Segregation aus Perspektive von Einwohner*innen der Stadt Skopje in Nordmazedonien
Die Stadt hat seit der Erdbebenkatastrophe von 1963, infolge deren Skopje zunächst ein Symbol nie gekannter internationaler Zusammenarbeit in Zeiten des Kalten Krieges wurde, vielfältige Wandlungsprozesse durchlaufen. Diese werden von manchen Beobachterinnen wie den Architekten Milan Mijalkovic und Katharina Urbanek („Skopje. The World´s Bastard: Architecture of the Devided City“) bereits seit dem Wiederaufbau der Stadt, der vielen als ein Ereignis der Überbrückung von Gegensätzen gilt, als ein Prozess der fortschreitenden Segregation bezeichnet. Mit „Skopje 2014“, dem Programm einer nationalen Selbstverortung, habe diese durch die bauliche Ausgrenzung der ethnisch nicht-mazedonischen Bevölkerungsteile nur einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Heute schreiben sich Abgrenzungsprozesse fort in informellen Bautätigkeiten, innerhalb derer sich zunehmend ethnisch homogene Stadtteile herausbilden. Das vorliegende Projekt untersucht diese Prozesse, indem Einwohner*innen aus verschiedenen Bevölkerungsteilen und Professionen zu ihrem Blick auf die Stadt befragt werden.

Since the 1963 earthquake disaster, which initially made Skopje a symbol of unprecedented international cooperation during the Cold War, the city has undergone various transformation processes. Some observers, such as architects Milan Mijalkovic and Katharina Urbanek („Skopje. The World’s Bastard: Architecture of the Divided City“) have described these changes as a process of progressive segregation since the city’s reconstruction, which many consider to be an attempt to bridge differences. With „Skopje 2014“, a program of national self-positioning, this segregation has only reached a temporary peak through the structural exclusion of the non-Macedonian ethnic population. Today, processes of demarcation continue in informal construction activities, within which increasingly ethnically homogeneous neighbourhoods are emerging. This project examines these processes by asking residents from different sections of the population and professions about their perspectives on the city.
Projektförderung


Für Skopje liegt bislang kein Reiseführer in deutscher Sprache vor, der sich auf die Stadt und die an sie angrenzenden Gemeinden konzentriert. Zugleich finden sich mittlerweile einige englischsprachige Publikationen, die die baulichen Entwicklungen Skopjes über die Jahrhunderte hinweg in den Blick nehmen sowie eine breite wissenschaftliche Literatur zu den vielfältigen sozialen Räumen der Stadt und den politischen Entwicklungen, die auf diese einwirken. Der geplante Reiseführer beim Mitteldeutschen Verlag Halle und ein ergänzender Bildband suchen diese Lücke zu schließen, so dass deutschsprachigen Besuchern der Stadt spätestens bis zum Jahr 2028, wenn Skopje Europäische Kulturhauptsstadt ist, ein umfangreiches und zugleich handliches Grundlagenwerk zur Architektur und Kultur Skopjes zur Verfügung steht.
To date, there is no German-language travel guide focusing on Skopje and its neighbouring communities. At the same time, several English-language publications currently examine Skopje’s architectural development over the centuries, as well as a wide range of academic literature on the city’s diverse social spaces and the political developments that influence them. The planned travel guide from Mitteldeutscher Verlag Halle and a supplementary illustrated book aim to fill this gap, so that German-speaking visitors to the city will have access to a comprehensive and handy reference work on the architecture and culture of Skopje by 2028 at the latest, when Skopje will be European Capital of Culture. An English-language version is also planned for printing in North Macedonia.