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Archäologien

Der Blick durch Gardinen hindurch aus einem Plattenbau-Wohnblock in Chisinau (Republik Moldau) erweckt den Eindruck, dass man in einen Garten schaut.

Blick aus dem Wohnzimmer eines Wohnblocks in Chisinau (Republik Moldau)

„Die Objekte freilegen, sie bergen, sie zum Sprechen bringen – das ist der Weg der Archäologie, der hier vorgeschlagen wird. (…) Die Welt wird betrachtet und lesbar durch die Geschichte der Dinge, durch die Analyse von Zeichen und Verkehrsformen, Orten und Routinen (…).“ (Schlögel 2017, 21f.)

In den Beiträgen ARCHÄOLOGIEN wird Karl Schlögels Vorschlag gefolgt, den Spuren einer einstigen Welt nachzugehen, sie zu sichten, auch die Hinterlassenschaften vergangener Generationen zu sichern. Über die zu Tage gebrachten Fundstücke, die in Fotografien und Geschichten gefasst werden, soll sich in einem Mosaik zusammensetzen, was gemeinhin als Geschichte bezeichnet wird.

Dabei führt der Weg tief hinein in die Gegenwart und Vergangenheit der hierbei aufgesuchten Menschen. Im Sprechen über die Objekte, die vielleicht nur dem Besucher augenfällig werden, weil sie für die immer Anwesenden einfach so Teil ihrer Welten sind, lässt sich viel erfahren darüber, was für ihr Leben konstitutiv ist, was sie anerkannt wissen wollen, um sich selbst und andere anerkennen zu können. Damit ist immer auch ein Wagnis verbunden, weil das Offenlegen dessen, woran sich Menschen orientieren, heißt, es der Beurteilung von Außen preiszugeben.

„Everywhere homes are programs of culture in which the individual must find his image. Cultural deviance is nowhere more clearly reflected than in the selection and arrangement of material objects in a home. Acculturation (…) can be seen in the home setting.“ (Collier 1973, 240)

So führen die freigelegten Dinge, selbst wenn sie bereits unverborgen sichtbar waren, ganz unweigerlich zu den Menschen, da deren Tun nichts anderes ist als Umgang mit Dingen. Damit erwächst, wenn es gelingt, „das Ganze aus dem Detail und die Welt der anderen wird vielleicht ein weniger lesbarer, zumindest aber anerkennbar, durch die mitgeteilte Geschichte der Dinge“ (Schlögel 2017, 21).

Die Beiträge spüren auf methodologisch verschiedene Weisen Archäologien der Dinge nach.

Autor: © Stefan Applis (2018)

Bild: © Stefan Applis (2018)

Hinweis: Beiträge & Seite befinden sich im Aufbau (Oktober 2018); Beiträge mit dem Schlagwort Archäologien finden sich hier.

Literaturhinweise:

Collier, J. (2003): Photography and Visula Anthropology. In: Paul Hockings (Ed.). Principles of Visual Anthropology (235-245). De Gruyter: Berlin, New York.

Schlögel, K. (2017). Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. C.H. Beck: München.

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