Leerstehendes Ladengeschäft in der Altstadt von Fürth

Stadt Räume

„Jede Gesellschaft schafft sich ihre eigene Stadt. Unter dem Wort ‚Stadt‘ verbergen sich so viele Wirklichkeiten, wie es gesellschaftliche Formationen gibt.“ (Siebel 2016, S. 16)

Als Nicht-Land befindet sich STADT als soziale Tatsache in fortwährenden Prozessen der Transformation. Mit der Frage nach der Kultur der Stadt wird verwiesen auf eine Pluralisierung der Stadtkultur. Als einer der Motoren dieser Pluralisierung kann die Zuwanderung in den städtischen Raum gesehen werden: „Zuwanderer tragen andere Normen und Werte, andere religiöse Überzeugungen, andere Vorstellungen von Mann und Frau, von guter Arbeit etc., kurz andere Lebensweisen in die Stadt.“ (Siebel 2016, S. 21f.)

Unterschiedliche Gruppen von Menschen nutzen RÄUME teilweise gleich, teilweise verschieden. Zugewanderte Menschen mit unbestimmten Zukunftsplänen haben z. B. nicht den gleichen Zugriff auf bestimmte Funktionen von Städten wie Bürger mit vollen Rechten oder ihre Bedürfnisse unterscheiden sich. Entsprechend werden ihre Bedürfnisse teilweise anders raumwirksam oder sie entfalten sich auch in Räumen, die kaum von Menschen genutzt werden, die über viele Generationen in einem Raum leben. Auch in Folge dessen ist das „Fremde und Andere heute in vielfacher Weise ständig gegenwärtig und somit wirklich und wirksam“ (Scherle 2016, S. 193ff.; vgl. Applis & Hofmann 2016). Doch nicht nur auf die sogenannten Einheimischen wirken diese Prozesse – ebenso entwickeln sich „hybride Identitäten [bei] […] Migranten [und] […] ethnischen Minderheiten innerhalb von Mehrheitskulturen, […] die in einem komplexen Verhältnis zum Eigenen stehen“ (Scherle 2016, S. 199, mit Verweis auf De Toro 2008 und Reckwitz 2008). Sie stellen geradezu paradigmatische Beispiele dar für kulturelle Transdifferenzen.

Die Beiträge unter dem Schlagwort STADT RÄUME gehen auf methodologisch verschiedene Weisen dem Herstellen von städtischen Räumlichkeiten nach. Sie fragen weiterhin danach, wie das Eigene & das Fremde hergestellt werden.

Autor: © Stefan Applis (2018)

Hinweis: Beiträge & Seite befinden sich im Aufbau (Oktober 2018); Beiträge mit dem Schlagwort sind noch nicht erstellt.

Literaturhinweise:

Applis, S. & Hofmann, R. (2016). „Ist Zuwanderung gut oder schlecht?“ oder ist das die falsche Frage? Praxis Geographie 46(2), 4-8.

Reckwitz, A. (2008). Generalisierte Hybridität und Diskursanalyse: Zur Dekonstruktion von ‚Hybriditäten‘ in spätmodernen Subjektdiskursen. In Kalscheuer, B. & Allolio, L. (Hrsg.). Kulturelle Differenzen begreifen: Das Konzept der Transdifferenz aus interdisziplinärer Sicht (S. 17-39). Frankfurt/Main: Campus.

Scherle, N. (2016). Kulturelle Geographien der Vielfalt. Von der Macht der Differenzen zu einer Logik der Diversität. Bielefeld: Transkript.

Siebel, W. (2016). Die Kultur der Stadt. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Toro, A., De (2008). Andersheit: Von der Eroberung bis zu New World Borders: Das Eigene und das Fremde. Globalisierungs- und Hybriditätsstrategien in Lateinamerika. Hildesheim: Olms.

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