Archiv der Kategorie: Archäologien

Grosser Kaukasus | Die Bergdörfer Oberswanetiens in Georgien | Ein Überblick

Swanetien (georgisch სვანეთი/Swaneti) ist eine historisch-geographische Region im Norden Georgiens im Großen Kaukasus. Swanetien wird historisch als kulturell geschlossener Raum betrachtet, der über eine besondere Geschichte und Architektur sowie weitere spezifische soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten verfügt. Man unterscheidet zwischen Oberswanetien (georgisch Zemo Swaneti) und Niederswanetien (Kvemo Swaneti).Politisch ist Swanetien innerhalb Georgiens heute auf die Regionen Mingrelien und Oberswanetien und Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien aufgeteilt. Die bedeutendste Stadt in Swanetien ist Mestia, die Verwaltungshauptstadt Oberswanetiens. Swanetien ist eines der begehrtesten Reiseziele innerhalb Georgiens und vor allem bekannt für seine weitgehend unberührte Gebirgslandschaft und die besondere Architektur seiner Bergdörfer. Im engeren Sinne versteht man darunter meist die am oberen Lauf des Enguri liegenden Bergdörfer wie Zhabeshi, Adishi, Iprari, Vichnashi, Kala, Ushguli . Nach Einschätzung der UNESCO-Kommission repräsentiert Oberswanetien einen Kulturraum, in dem sich die Architektur mittelalterlichen Ursprungs auf einzigartige Weise mit einer beindruckenden, authentischen Berglandschaft verbindet, welche sich sich dank traditioneller Formen der Landnutzung bis heute erhalten habe.

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Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick

Annäherung an den gebauten Raum in Ushguli

In einem Essay über die Ortsteile Ushgulis hebt der italienische Architekt Vinzenzo Pavan (2011), dessen Ausführungen hier gefolgt wird, die auf den ersten Blick irritierenden Ähnlichkeiten mit der baulichen Struktur der Stadtstaaten Italiens aus dem 13. Jahrhundert hervor: Gruppen von Türmen und angelehnten Steingebäuden, deren Anordnung keiner sogleich erkennbaren Logik folgt, hingeworfen in kompakten, scharf von der Umgebung abgetrennten Siedlungseinheiten, welche wegen ihrer Bauweise aus massigen Schieferplatten und Kalksteinbruch beim Betrachter den Eindruck von Festungen hervorrufen. Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick weiterlesen

Poti | Die wartende Stadt (Georgien)

Die nördlich von Batumi am Schwarzen Meer gelegene Hafenstadt Poti ist in vielerlei Hinsicht eine wartende Stadt. Die Einwohner Potis warten seit dem Niedergang des Hafens und einer langen Stagnationsphase in den 1990er Jahren darauf, dass die Stadt, die als westlicher Ausgangspunkt der Bahnstrecke Poti-Baku den zweitgrößten Hafen nach Batumi besitzt, ihre frühere Bedeutung zurückerlangt. In der Zeit der Sowjetunion wurden über Poti Metallerze, Erzeugnisse der georgischen Stahlverarbeitung und unter den landwirtschaftlichen Erzeugnissen vor allem Wein exportiert. Ein nachhaltiger Aufschwung würde auch den vielen Binnenflüchtlingen helfen, die seit dem Abchasienkrieg 1992/93 in Poti in verfallenden Wohneinheiten früherer Hafenarbeiter warten.

Von einem ehemals umfangreicheren Tourismus zeugt die verfallende Infrastruktur an den Stränden und in der Stadt. Heute findet man in Poti nur in wenigen Hotels oder Pensionen Unterkunft, die überwiegend von Durchreisenden genutzt werden. In Poti selbst sucht man vergebens nach Orten, die zum Erholen und Entspannen einladen. Flaneure scheint die Stadt schon Jahrzehnte nicht gesehen zu haben, denn nur wenige Spaziergänger schätzen den Charme von Industrie- und Gewerbebrachen, von Wohngebieten, deren Bewohner sich gegen den Verfall zu stemmen scheinen und überdimensionierten Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen, die von einer früher höheren Einwohnerzahl künden. Das einzige Café von Poti trägt den Namen des georgischen Schriftstellers und Politikers Niko Nikoladze, der in der Zeit vor der Oktoberervolution den Eisenbahnbau nach Poti vorantrieb. Junge Musiker spielen dort für wenige Gäste, gemeinsam mit ihnen scheinen sie darauf zu warten entdeckt zu werden.

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Tskaltubo | Projektziele und Forschungsansatz (Georgien)

Das im Westen Georgiens in der Region Imeretien gelegene Tskaltubo verzeichnet seit etwa 2010 einen langsam zunehmenden Tourismus, den der georgische Staat durch internationale Partnerschaften anzuschieben versucht. Wegen der sowjetischen Vergangenheit als Bäder- und Kurort treffen diese Bemühungen dort grundsätzlich auf Vorbereitung im Umgang mit touristischen Interessen. Allerdings ist eine solche In-Wert-Setzung Tskaltubos bis heute behindert durch die Besiedelung der verfallenden Sanatorien und Erholungsheime durch Binnenflüchtlinge in Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen in Abchasien und Süd-Ossetien. Zudem sind grundsätzliche infrastrukturelle Probleme bis heute nicht gelöst. So bietet sich in Tskaltubo ein Raum, in welchem unter fast laborähnlichen Bedingungen untersucht werden kann, wie sich Tourismus als Bewältigungsstrategie ökonomischer und sozialer Krisen auf räumliche ökonomische, ökologische und soziale Strukturen auswirkt, wobei alle Beteiligten im Feld materielle und geistige Objekte umgestalten. Tskaltubo | Projektziele und Forschungsansatz (Georgien) weiterlesen

Ushguli | Tourismus als Bewältigungsstrategie ökonomischer und sozialer Krisen (Georgien)

In sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ist Ober-Swanetien seit 1990 eine in besonderem Maße von Krisen geschüttelte Region: Grundsätzlich wegen der Begrenztheit Ihrer landwirtschaftlichen und sonstigen ökonomischen Möglichkeiten als Gebirgs- und Grenzertragsregion; weiterhin durch die Entfernung von den politischen und wirtschaftlichen Zentren und zudem durch die erst seit den letzten Jahren der Sakaschwili-Regierung (2004-2013) durchgesetzte äußere Sicherheit in Ober-Swanetien. Ushguli | Tourismus als Bewältigungsstrategie ökonomischer und sozialer Krisen (Georgien) weiterlesen

Ushguli | Türme, Berge, Hammer & Sichel – Was gehört zum kulturellen Erbe der Dorfgemeinschaft Ushguli in Georgien?

Die Dorfgemeinschaft Ushguli liegt im Norden Georgiens in Oberswanetien und wurde 1996 mit dem Ortsteil Chazhashi zum UNESCO-Welterbe erklärt. Seit etwa 2010 nimmt der Tourismus in der Bergregion stetig zu. Die Einheimischen sind aber nur begrenzt vorbereitet auf den Umgang mit typischen touristischen Interessen. Die meisten Angebote sind wegen der begrenzten finanziellen Ressourcen vor Ort nach wie vor improvisiert, was zugleich den besonderen Charme eines Aufenthalts in der Bergregion ausmacht. Entsprechend ungeordnet treffen hier allerdings auch einander oft in weiten Bereichen entgegengesetzte Interessen von Dorfbewohnern und Touristen aufeinander – auch wenn die wirtschaftlichen Interessen der Dorfbewohner den touristischen Zustrom fortschreitend beschleunigen. Vor allem ist davon das architektonische Erbe betroffen, das einen bedeutenden Teil der Vorstellung der Menschen davon ausmacht, wer sie sind. Ushguli | Türme, Berge, Hammer & Sichel – Was gehört zum kulturellen Erbe der Dorfgemeinschaft Ushguli in Georgien? weiterlesen