Towers, mountains, sickles and hammers – different perspectives on the question of what is part of the cultural heritage of a community.

Ushguli is a village community located in the Upper Svaneti region in the north of Georgia. Since its attainment of UNESCO World Heritage status in 1996 and the establishment of secure state structures and systems around 2010, Ushguli has been seeing an incremental rise in tourism; thus far, it has found itself relatively unprepared for meeting the interests and needs of visitors and for coping with the diversity characterising modern lifestyles. The encounter and in many instances clash of interests between villagers and tourists, occurring in a context in which the economic objectives of the former group are encouraging continuously growing visitor numbers, is correspondingly difficult to channel and manage. It especially includes the particularly crucial task of recording the current state of the physical objects that shape this world, which year on year is suffering perceptible disrepair and experiencing transmutation.

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Ushguli’s World Heritage in danger (Ushguli, village of Chazhashi, Georgia)

In an essay on Ushguli’s constituent villages, the Italian architect Vinzenzo Pavan (2011) points to the similarities, which at first glance might appear confusing, between these ensembles and the architectural structure of thirteenth-century Italian city states, each with their groups of towers and neighbouring stone buildings whose arrangement in the space does not, at first glance, appear to follow an evident logic; they seem to have been cast into compact units of settlement, each sharply boundaried from their surroundings, appearing like fortresses with their solid slate slabs and limestone bricks.

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Grosser Kaukasus | Die Bergdörfer Oberswanetiens in Georgien | Ein Überblick

Swanetien (georgisch სვანეთი/Swaneti) ist eine historisch-geographische Region im Norden Georgiens im Großen Kaukasus. Swanetien wird historisch als kulturell geschlossener Raum betrachtet, der über eine besondere Geschichte und Architektur sowie weitere spezifische soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten verfügt. Man unterscheidet zwischen Oberswanetien oder Hochswanetien (georgisch Zemo Swaneti) und Niederswanetien (Kvemo Swaneti).Politisch ist Swanetien innerhalb Georgiens heute auf die Regionen Mingrelien und Oberswanetien und Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien aufgeteilt. Die bedeutendste Stadt in Swanetien ist Mestia, die Verwaltungshauptstadt Oberswanetiens. Swanetien ist eines der begehrtesten Reiseziele innerhalb Georgiens und vor allem bekannt für seine weitgehend unberührte Gebirgslandschaft und die besondere Architektur seiner Bergdörfer. Im engeren Sinne versteht man darunter meist die am oberen Lauf des Enguri liegenden Bergdörfer wie Zhabeshi, Adishi, Iprari, Vichnashi, Kala, Ushguli. Nach Einschätzung der UNESCO-Kommission repräsentiert Oberswanetien einen Kulturraum, in dem sich die Architektur mittelalterlichen Ursprungs auf einzigartige Weise mit einer beindruckenden, authentischen Berglandschaft verbindet, welche sich sich dank traditioneller Formen der Landnutzung bis heute erhalten habe.

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Ushguli | Tourism | An overview

Ushguli’s value as a tourist destination lies in its defensive tower houses (see Pavan 2011) and the remarkable degree of the original medieval appearance of its landscape (see ICOMOS 1994, UNESCO 1996), which have held UNESCO World Heritage status since 1996, and in its proximity to the foot of Shkara, the second highest peak in Greater Caucasus and Georgia’s highest mountain, located twelve kilometres north of the community, in the extended Enguri gorge.

Hikers, mountaineers and skiers from outside Georgia have been coming to Ushguli since Soviet times, with particularly large numbers visiting in the 1970s (for an overview on tourism in Svanetia during Sowjet times, see Stadelbauer 1983, Cappucci, Pavliashvili & Zarilli 2015, Karthisvili, Muhar, Dax & Khelashvili 2019); the villagers thus possess fundamental levels of experience in tourism and the associated practices, including mountain and horse-trekking guiding and the provision of accommodation and meals (cf. Applis 2018).

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Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick

Annäherung an den gebauten Raum in Ushguli

In einem Essay über die Ortsteile Ushgulis hebt der italienische Architekt Vinzenzo Pavan (2011), dessen Ausführungen hier gefolgt wird, die auf den ersten Blick irritierenden Ähnlichkeiten mit der baulichen Struktur der Stadtstaaten Italiens aus dem 13. Jahrhundert hervor: Gruppen von Türmen und angelehnten Steingebäuden, deren Anordnung keiner sogleich erkennbaren Logik folgt, hingeworfen in kompakten, scharf von der Umgebung abgetrennten Siedlungseinheiten, welche wegen ihrer Bauweise aus massigen Schieferplatten und Kalksteinbruch beim Betrachter den Eindruck von Festungen hervorrufen. Ushguli | Das architektonische Weltkulturerbe Swanetiens – ein Überblick weiterlesen

Porträt | Fridon Nizharadze – Maler der Traumata Swanetiens und der Welt (Ushguli, Georgien)

Das Haus ist das letzte am Hang. Darüber nur die Kapelle mit der Ikone des Heiligen Georg. Etwas weiter das Kloster. Es ist wenig, was sie sagen über ihn in Ushguli. Nichts gebe es, das er nicht gelesen habe. Er sei der klügste Mensch in Ushguli. So klug! Und sie heben die Hand und winken weit in die Ferne, um zu zeigen, dass nicht sie dies beurteilen könnten. Ihr habt nur Kartoffeln im Kopf! Das soll er vielen schon entgegengeworfen haben. Was Arbeit aber sei, das könne er nicht wissen. Denn, was er tue, sei doch nicht Arbeit. Ein kurzes Erschrecken. Denn nichts Schlechtes sagen sie in Ushguli über den anderen. Wer könne schon wissen, wohin das führe. Die Menschen seien eben verschieden.

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Tskaltubo | Ein ehemaliger Kurort zwischen Armutstourismus und Bädertourismus (Georgien)

Tskaltubo liegt 15 km nordwestlich von Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens. In der Sowjetzeit war Tskaltubo einer der größten Kurorte des Republikverbundes. In den 1970er Jahren umfasste das Kurangebot der Sowjetrepubliken „rund 6000 Sanatorien, Prophylaktorien und Pensionaten, in dem jährlich an die 13 Millionen Menschen versorgt wurden; […] rund 90 Prozent zu privilegierten Bedingungen auf Staatskosten“ (Schlögel 2017, 305 unter Bezug auf Kozlov 1979). Wegen seiner leicht radioaktiven Thermalquellen wurde Tskaltubo bereits seit dem 19. Jahrhundert als Heilbad betrieben. Im Zuge der sowjetischen Kurortpolitik, die zuvorderst der Aufrechterhaltung der sozialistischen Arbeitskraft diente, baute man es zwischen 1939 und 1955 auf. Dabei entstanden historisierende Gebäudekomplexe im Stil des sowjetischen Neo-Klassizismus – in einer zweiten Hochphase der 1970er Jahre wurde Tskaltubo dann architektonisch im Stil der sowjetischen Moderne ausgebaut. Tskaltubo | Ein ehemaliger Kurort zwischen Armutstourismus und Bädertourismus (Georgien) weiterlesen

Porträt | Teimuraz Nizharadze – Der letzte Direktor der Sowchose (Ushguli, Georgien)

Teimuraz Nizahradze war die letzten beiden Jahre, ehe das Sowjetsystem zusammenbrach, Leiter der Sowchose in Ushguli. Ackerbau und Viehzucht sicherten in Swanetien, das von zwei langgezogenen Gebirgsflüssen geprägt ist, schon immer die Lebensgrundlagen der Menschen.

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Ushguli | Study | Objectives and approach

This study revolves around the village community of Ushguli, located in the Upper Svaneti region in the north of Georgia. Since its attainment of UNESCO World Heritage status in 1996 (ICOMOS 1994, UNESCO 1996) and the establishment of secure state structures and systems around 2010, Ushguli has been seeing an incremental rise in tourism; thus far, it has found itself relatively unprepared for meeting the interests and needs of visitors and for coping with the diversity characterising modern lifestyles (cf. Applis 2018).

The encounter and in many instances clash of interests between villagers and tourists, occurring in a context in which the economic objectives of the former group are encouraging continuously growing visitor numbers, is correspondingly difficult to channel and manage.

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Poti | Die wartende Stadt (Georgien)

Die nördlich von Batumi am Schwarzen Meer gelegene Hafenstadt Poti ist in vielerlei Hinsicht eine wartende Stadt. Die Einwohner Potis warten seit dem Niedergang des Hafens und einer langen Stagnationsphase in den 1990er Jahren darauf, dass die Stadt, die als westlicher Ausgangspunkt der Bahnstrecke Poti-Baku den zweitgrößten Hafen nach Batumi besitzt, ihre frühere Bedeutung zurückerlangt. In der Zeit der Sowjetunion wurden über Poti Metallerze, Erzeugnisse der georgischen Stahlverarbeitung und unter den landwirtschaftlichen Erzeugnissen vor allem Wein exportiert. Ein nachhaltiger Aufschwung würde auch den vielen Binnenflüchtlingen helfen, die seit dem Abchasienkrieg 1992/93 in Poti in verfallenden Wohneinheiten früherer Hafenarbeiter warten.

Von einem ehemals umfangreicheren Tourismus zeugt die verfallende Infrastruktur an den Stränden und in der Stadt. Heute findet man in Poti nur in wenigen Hotels oder Pensionen Unterkunft, die überwiegend von Durchreisenden genutzt werden. In Poti selbst sucht man vergebens nach Orten, die zum Erholen und Entspannen einladen. Flaneure scheint die Stadt schon Jahrzehnte nicht gesehen zu haben, denn nur wenige Spaziergänger schätzen den Charme von Industrie- und Gewerbebrachen, von Wohngebieten, deren Bewohner sich gegen den Verfall zu stemmen scheinen und überdimensionierten Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen, die von einer früher höheren Einwohnerzahl künden. Das einzige Café von Poti trägt den Namen des georgischen Schriftstellers und Politikers Niko Nikoladze, der in der Zeit vor der Oktoberervolution den Eisenbahnbau nach Poti vorantrieb. Junge Musiker spielen dort für wenige Gäste, gemeinsam mit ihnen scheinen sie darauf zu warten entdeckt zu werden.

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Tskaltubo | Wie zeigt sich Armut? Der Basar Tskaltubos als Ausdruck der Lebensbedingungen von Binnenflüchtlingen aus Abchasien

Im Westen Georgiens ist der weithin verfallene Kurort Tskaltubo einer der Orte, dessen Entwicklung der georgische Staat durch internationale Partnerschaften anzuschieben versucht. Wegen der Besiedelung der Sanatorien und Erholungsheime durch Binnenflüchtlinge in Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen in Abchasien 1992/93 ist dessen Entwicklung bis heute behindert. In Tskaltubo gehören die Binnenflüchtlinge zur Gruppe der besonders gefährdeten, in Armut lebenden Menschen in Georgien. Am Beispiel des Basars Tskaltubos lassen sich grundlegende strukturelle, bis heute nicht gelöste Probleme von Armut in Georgien nachzeichnen. Tskaltubo | Wie zeigt sich Armut? Der Basar Tskaltubos als Ausdruck der Lebensbedingungen von Binnenflüchtlingen aus Abchasien weiterlesen

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